vom fallen und aufstehen

Gehen…

Schritt für Schritt…

Ein Fuss nach dem anderen

Ferse aufsetzen, Fuss über den Großzeh abrollen, Bodenkontakt lösen, Gleichgewicht halten, Kontrolle abgeben und neuen Auflagepunkt finden.

Das, was selbstverständlich klingt und für gewöhnlich ganz automatisch vom Zentralnervensystem ohne äußere Reizeinwirkung ausgelöst wird, hat sich in den letzten Wochen als ziemlich herausfordernd herausgestellt.

 

Wie ist das eigentlich, wenn man das Leben beschleunigen will, Körperreaktionen übergeht, weil es ohnehin nur mehr 4 Tage durchzuhalten gilt, weil der nächste Urlaub vor der Tür steht, nur noch dieses Projekt fertiggestellt werden möchte, das Wochenende ohnehin bald vor der Tür steht....

 

Mit einem Bänderriss Anfang September hat sich mein Körper eine natürliche Entschleunigung der anderen Art für mich überlegt. 

Tja, manchmal braucht man das anscheinend und ich dachte, ich hätte zwischenzeitlich meine Balance gefunden…

 

Was sich in den ersten beiden Wochen trotz Schmerzen auch irgendwie entspannend und erholsam anfühlte, stellte sich ab Woche 3 als riesengroße Herausforderung heraus.

Schmerzen im Fuss, jeder Schritt eine Challenge, alles dauert ein Vielfaches länger, als gewohnt und jede Routinetätigkeit - egal ob Duschen oder Anziehen wird zu einem kleinen Kunststück! 

Kurz gesagt - irgendwann war bei mir die Luft draußen.

 

ENTDECKE DICH NEU

Nach einer Runde Selbstmitleid, mehreren Verzweiflungsanfällen und einer kräftig durchmischten farbenfrohen Gefühlspalette, wurde mein Kopfkino immer aktiver und entführte mich zu einer Achterbahnfahrt durch meine Gehirnwindungen, die ihren Höhepunkt in einem Pingpong Spiel zwischen Vergangenheit und Zukunft mit einer geballten Überdosis Ängsten, Zweifeln & innerer Unruhe hatte und dazu führte, dass ich irgendwann einfach nur mehr laut STOPP schrie!

Das Drama war so unerträglich und mir aus meiner Vergangenheit so vertraut, dass ich das dringende Bedürfnis hatte meinen Kopf ordentlich durchzulüften, frische Leichtigkeit und Kreativität in mein Leben einzuladen und mich auf diesem Weg in dieser neuen Situation neu zu entdecken.

 

Ich entschied mich dazu ein paar wunderbare Seelen um Unterstützung zu bitten und öffnete damit neue Türen.

So kam es, dass ich in die friedliche Stille einer berührenden, spielerischen und entschleunigenden Yogastunde der wunderbaren Yogaju eintauchen durfte und dank der Unterstützung von zwei lieben Herzensmenschen - trotz Handicap - auch wieder meine eigene Energie mit der kindliche Lebensfreude meiner jüngsten Kursteilnehmer auftanken konnte.

Meine Matte rollte ich zu Hause wieder auf, legte mich drauf, lud meinen Körper dazu ein, sich mit meiner Unterlage zu verbinden, sich ganz der Schwerkraft hinzugeben und meinen Atem meine inneren Organen liebevoll zu umarmen.

Und schon war ich mitten drinnen in meiner Dankbarkeitspraxis, die mich selbst erkennen ließ, wie kraftvoll es ist wunderbare Menschen im Leben zu haben, die nicht Deine Grenzen, sondern Potenziale wahrnehmen. 

Sie helfen Dir dabei, wieder in Deine Kraft zu kommen, Deine Selbstzweifel über Board zu werfen, bieten Dir ihre Hilfe an, schenken Dir ein Lächeln, eine Umarmung oder einfach nur die Zeit, die Du gerade benötigst, um Rückschläge zu verdauen. Und ja, auch als Mentaltrainerin ist Unterstützung, Herzlichkeit und Liebe Gold wert.

 

Irgendwann, als der Wellengang sich wieder beruhigt hatte, stellte ich mir die Frage, wie schlimm es eigentlich wirklich ist, wenn es uns zurückwirft und wohin genau wir dann eigentlich fallen?  

In Krisen neigen wir oft dazu uns Dramen hinzugeben, das Leben für unser Unglück verantwortlich zu machen und uns in wenig hilfreichen Gedankenspiralen zu verlieren, anstatt den Punkt zu finden, an dem wir Frieden schließen können.

 

Was passiert aber, wenn wir erkennen, dass das Leben es im Grunde immer gut  mit uns meint und wir selbst es sind, die lieblos und unachtsam mit uns umgegangen sind und uns dadurch in eine Situation befördert haben, die uns aus der Bahn wirft.

Für mich war genau das der Punkt an dem ich vor 2 Jahren, in einer Zeit in der alle wichtigen Säulen meines Lebens wegbrachen, viel neuen Entfaltungsspielraum entdecken durfte.

In Bezug auf meinen Bänderriss war mir bewusster denn je, dass ich es in den Wochen nach meinem USA Aufenthalt ziemlich übertrieben hatte.

Denn nachdem sich der August als unglaublich produktiver Monat herausstellte, der mir viele neue Aufträge schenkte und neue Projekte und Menschen in mein Leben zauberte, führte dieses recht dichte Programm auch dazu, dass ich meine Grenzen aufgrund der Euphorie und der sich daraus ergebenden Geschwindigkeit nicht mehr bewusst genug wahrnehmen konnte, Irgendwann entschied sich mein Körper also dazu, dass ich genau jetzt die Auszeit bekomme, die gerade notwendig ist.

 

Das Fallen, das ich früher aufgrund meines stark ausgeprägten Perfektionismus sehr negativ, als Scheitern oder Versagen, bewertet habe, hat, wenn man es genau betrachtet, doch auch ziemlich viel Gutes, oder?

Ich gerate bei dem Versuch den nächsten Schritt zu machen oder mein Leben zu beschleunigen aus dem Gleichgewicht, meist weil ich meinen Fokus verliere und mit meinem Kopf schon lange nicht mehr bei der Sache bin und werde von meinem Körper zuerst ganz leise und dann immer deutlicher darauf aufmerksam gemacht, dass sich hier eine Verdichtung gebildet hat.

Wenn wir fallen, werden wir dankenswerter Weise irgendwo wieder aufgefangen - sei es von Mutter Erde, unserem Umfeld oder dem System und bekommen so die Möglichkeit neue Ordnung im Chaos entstehen zu lassen.

 

Kürzlich bin ich wieder einmal gestolpert - diesmal allerdings über ein wunderbares Zitat von Nelson Mandela, das mich wieder einmal im richtigen Moment erreicht und mein Herz mit viel Wärme versorgt hat:

"Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen".

 

Und so übe ich mich weiterhin geduldig im Wahrnehmen, Fokussieren, Balancieren und Aufstehen und wünsche auch Dir viele wertvolle, bereichernde und kraftvolle Balanceakte, beständige Schritte und energetisierende Ruhephasen, sowie die Kraft um aufzustehen, wenn der Gegenwind Dich zwischendurch umzuwerfen droht.

 

Bewusste Auszeiten findest Du übrigens in meinen aktuellen Workshops, mit denen ich Dir im Dezember Raum für Ruhe und Rückbesinnung schenken möchte.

 

Fragen, Rückmeldungen und Inspirationen schick mir gerne an hallo@souldelight.at.

Alles Liebe,

Carolin

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